Universität Basel

Home

Oswald Myconius

Briefwechsel-Projekt

Briefbeispiel

Briefdatenbank

Porträtgalerie

Impressum/Kontakt

Aktuelles: Einladung zur Buchvernissage (PDF)

Erschließung des Briefwechsels von Oswald Myconius

Zur Bedeutung des Myconius-Briefwechsels

Oswald Myconius, der Nachfolger des Basler Reformators Oekolampad, war von 1531 bis 1552 als Münsterpfarrer die prominenteste Figur unter den Geistlichen Basels. Der frühere Schulmeister, der 1531 überraschend zum Leiter der Basler Kirche berufen wurde, ist von seiner Bildung und seiner Ausstrahlung her zwar keine herausragende Figur unter den Reformatoren der zweiten Generation. Sein ausgedehnter Briefwechsel belegt jedoch seine ausgezeichnete Vernetzung insbesondere mit seinen Amtskollegen in den reformierten Städten der Eidgenossenschaft und Oberdeutschlands. Besonders zwischen Straßburg und Zürich nahm Myconius nicht nur als Nachrichtenübermittler, sondern auch durch seine theologisch-konfessionspolitische Haltung eine wichtige Vermittlungsposition ein, wie vor allem die jüngsten Forschungen von Prof. Dr. Amy Nelson Burnett gezeigt haben (siehe besonders: Basel and the Wittenberg Concord, in: Archiv für Reformationsgeschichte, Jg. 96, 2005, S. 33-56; Teaching the Reformation: ministers and their message in Basel, 1529-1629, Oxford 2006). Bei der Überlieferung des Briefwechsels von Myconius kann man durchaus von einem Glücksfall sprechen, sind doch gemäß gegenwärtigem Forschungsstand 1338 Briefe erhalten geblieben. Unter den Korrespondenten finden sich zahlreiche Persönlichkeiten der schweizerischen und deutschen Reformationsgeschichte, darunter die Zürcher Heinrich Bullinger (über 500 Briefe von und an Myconius), Huldrych Zwingli, Theodor Bibliander und Konrad Gessner, die Straßburger Martin Bucer, Wolfgang Capito und Jakob Bedrot, Johannes Calvin in Genf, Berchtold Haller und Peter Kunz in Bern, Joachim Vadian in St.Gallen, Ambrosius Blarer in Konstanz, aber auch Erasmus von Rotterdam, Martin Luther und Philipp Melanchthon. Besonders wertvoll dürfte sein, dass auch eine ganze Reihe von Briefen erhalten ist, die Myconius an Pfarrer in den Basler Landgemeinden richtete.

Forschungslage

Um 1990 arbeitete der Reformationshistoriker Dr. Ekkehart Fabian (1926-2007) an einem Inventar der Briefe und Akten von Oswald Myconius und dessen Basler Mitarbeiterkreis, das als erster Schritt auf dem Weg zu einer Gesamtedition gedacht war. Das Projekt wurde in Zwingliana XIX/1 (= Das reformierte Erbe, Festschrift für Gottfried W. Locher, Bd. 1, Zürich 1992) vorgestellt (S. 115-130: "Zur Biographie und geplanten Erstausgabe der Briefe und Akten von Oswald Myconius und seiner Mitarbeiter"). In einer ersten provisorischen Liste verzeichnete Fabian 1642 Briefe und Aktenstücke, zu einer Publikation kam es jedoch nicht. Immerhin ist eine größere Anzahl der Briefe von und an Myconius bereits in verschiedenen Briefeditionen greifbar. Darunter sind vor allem Briefe von und an Bullinger (309), Zwingli (49), Vadian (40), Calvin (31) und Blarer (16).

Forschungsprojekt

Von Juni 2009 bis März 2016 lief am Lehrstuhl Kirchengeschichte der Universität Basel ein Forschungsprojekt, das die Erschlie
ßung des Myconius-Briefwechsels zum Ziel hatte (Leitung: Prof. Dr. Martin Wallraff; Bearbeiter: lic. theol. Rainer Henrich). Im Rahmen eines Vorprojekts (Juni 2009 bis März 2010) wurden die von Ekkehart Fabian gesammelten Briefdaten digitalisiert, überprüft und ergänzt. Im weiteren Verlauf wurden die Briefe durch zusammenfassende Übersetzungen erschlossen und mit einer ausführlichen biographischen Einleitung versehen. Im Frühjahr 2017 soll die Regestenausgabe in zwei Halbbänden beim Theologischen Verlag Zürich erscheinen.

Letzte Aktualisierung: 13-01-2016